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vernachlässigt – verhungert – vergessen

Kinder von Zwangsarbeiterinnen in Lübeck

Vortrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Zeit des Erinnerns – für die Zukunft" 2026

Freitag | 13.11.2026 | 18:30 Uhr
ZKFL, Königstrasse 422, 23552 Lübeck
Eintritt frei!

Es gibt kaum eine öffentliche Erinnerung an die 20.000 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, die während des Zweiten Weltkriegs zur Arbeit in Lübecker Rüstungsfabriken, in vielen kleinen Betrieben und zahlreichen privaten Haushalten gezwungen wurden.

Dass auch Kinder mit ihren Familien aus Polen, der Ukraine und Russland nach Lübeck deportiert und viele Kinder von Zwangsarbeiterinnen hier in Lübeck geboren und gestorben sind, ist ein bislang unbekanntes dunkles Kapitel der Stadtgeschichte.

Zwischen 1940 bis 1945 starben in Lübeck mehr als 300 Kinder von Zwangsarbeiterinnen. Welche Erkenntnisse liegen heute über das Schicksal dieser Kinder vor? Was wissen wir über die Umstände ihres Todes? Und warum wissen wir heute so wenig darüber?

Über diese Fragen sprechen der Historiker Günter Knebel und der Journalist Kay Dohnke vom Arbeitskreis zur Erforschung des Nationalsozialismus in Schleswig-Holstein (Akens). Die Veranstaltung lädt dazu ein, über Erinnerung und Verantwortung nachzudenken und gemeinsam der Frage nachzugehen, wie eine angemessene Erinnerungsarbeit aussehen kann.

Kay Dohnke ist Wissenschaftsjournalist und koordiniert das autonome Forschungsprojekt „Überleben ungewiss. Leben und Sterben der Kinder von Zwangsarbeiterinnen in Schleswig-Holstein“ des Arbeitskreises zur Erforschung des Nationalsozialismus in Schleswig-Holstein e.V. (AKENS). Das Projekt widmet sich dem bislang kaum erforschten Schicksal der Kinder von Zwangsarbeiterinnen in Schleswig-Holstein. Im Mittelpunkt stehen die Bedingungen ihrer Geburt, ihres oft nur kurzen Lebens und ihres Todes sowie die Aufarbeitung der dahinterstehenden organisatorischen und logistischen Strukturen.

Günter Knebel ist Historiker und ist in dem Forschungsprojekt „Überlegen ungewiss. Leben und Sterben der Kinder von Zwangsarbeiterinnen in Schleswig-Holstein“ für die historische Aufarbeitung in der Hansestadt Lübeck zuständig.