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Publikationen

Metafóricas espacio-temporales para la historia: Enfoques teóricos e historiográficos


[Räumlich-zeitliche Metaphern für die Geschichte: Theoretische und historiographische Ansätze]

Veröffentlichung im Rahmen eines Kooperationsprojekt der Universitat de València mit dem Zentrum für Literatur und Kulturforschung und dem ZKFL

Herausgegeben von Faustino Oncina Coves & Javier Fernández Sebastián
València: Pre-Textos 2021

Kristallisation, Zerfall, Zersetzung, Entdeckung, Schicksal, Epoche, Schichten, Verflüssigung, Horizont, Revolution, Sattel, Überschreitung, Hof, Tunnel, Schwelle,... Dies sind nur einige auffällige Beispiele für begriffliche Metaphern, die in diesem Buch angesprochen werden. Organisch und mechanisch, physikalisch und anatomisch, visuell und leuchtend, häuslich und reisend, maritim und kinetisch, juristisch und architektonisch, geographisch, meteorologisch, geologisch und aus vielen anderen Quellen, sie alle besitzen eine raum-zeitliche Dimension, die sie besonders geeignet macht, in der Geschichtsschreibung verwendet zu werden, und einige von ihnen sogar, aufgrund ihrer hohen heuristischen Kapazität, eine Theorie der Geschichte zu begründen – wie Reinhart Koselleck und Hans Blumenberg meisterhaft zeigten. An der Schnittstelle zwischen der Reflexion über Zeitlichkeit – oder besser: Zeitlichkeiten – und der historischen Semantik, die neben der politischen Nomenklatur auch auf Symbole, Tropen, Mythen und Bilder achtet, zeigen die in diesem Buch versammelten Aufsätze, dass Begriffsgeschichte und Metaphorologie, Begriffsgeschichte und Metapherngeschichte, weit davon entfernt, sich gegenseitig in die Quere zu kommen, insofern als Begriffe und Metaphern oft untrennbar, wenn nicht gar ununterscheidbar sind, erweisen sich als zwei komplementäre Perspektiven (in diesem Fall angewandt auf die Untersuchung von Zeit und Werden).

Als Ergebnis der Zusammenarbeit von vier internationalen und transdisziplinären Teams, die einerseits mit dem von der Universität des Baskenlandes koordinierten Netzwerk Iberconceptos und andererseits mit der Gruppe Begriffs- und kritische Geschichte der Moderne an der Universität Valencia, dem Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung in Berlin und dem Zentrum für Kulturwissenschaftliche Forschung Lübeck verbunden sind, vereint dieser Band theoretische Überlegungen zum Studium von Zeit und Metaphern. Dieser Band verbindet theoretische Überlegungen mit historiographischen Anliegen und schlägt intellektuelle Brücken zwischen Europa und Lateinamerika und ermöglicht so einen wirklich transversalen Dialog, sowohl im disziplinären als auch im kulturellen oder, wenn man so will, geoakademischen Sinne dieses Adjektivs. Und angesichts des Mangels an Werken zur historischen Metaphorologie in unserem Sprachgebrauch ist zu erwarten, dass die Bandbreite der Ansätze und Themen, die sich hier entfaltet, nicht nur für Philosophen und Historiker, sondern für Geistes- und Sozialwissenschaftler im Allgemeinen von Interesse sein wird.