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Völkerkundesammlung der Hansestadt Luebeck

Die Lübecker Völkerkundesammlung mit ihren heute mehr als 26.000 Objekten aus allen Kontinenten ist in einem Zeitraum von dreihundert Jahren entstanden und überaus eng mit den Handelsbeziehungen der Stadt verflochten. Sie gehört als Zeugnis weltoffenen Bürgersinns zur Identität der Hansestadt Lübeck. In ihren frühen Anfängen war sie Teil einer privaten, ab 1831 einer gemeinnützigen und ab 1934 einer städtischen Einrichtung.

Sammlungsschwerpunkte

Afrika: Nord-, West- und Zentral-Afrika, Madagaskar
Amerika: Alaska, Nordwestküste, Westmexiko, Bolivien
Asien: Zentralasien, Thailand, China, Japan
Europa: Baltikum, Finnland, Russland, Südtirol
Ozeanien: Melanesien

Erwerbszeit

Der Großteil des Bestandes kam vor dem 1. Weltkrieg in die Sammlung; weitere Zugänge in der Zwischenkriegszeit.

Art des Erwerbs

Schenkungen:
Von überwiegend Lübecker Bürgern

Sammelreisen:
Richard Karutz, Lübeck: Baskenland 1897
Richard Karutz, Lübeck: Zentralasien 1903, 1905, 1909
Richard Karutz, Lübeck: Tunesien 1906
Günter Tessmann, Lübeck: Lübecker Pangwe-Expedition 1907-1909
Richard Karutz, Lübeck: Estland 1918
Helga Rammow, Lübeck: Bolivien 1983
Helga Rammow, Lübeck: Zentralasien 1986

Tausch und Ankauf bedeutender Sammlungseinheiten:
Berliner Sepik-Expedition 1912/13
Sammlung Jacobsen, Norwegen, 1885
Sammlung Jacobi, Berlin, 1902

Aktuelles Forschungsvorhaben

Im Rahmen eines von der DFG geförderten Projektes arbeitet die Völkerkundesammlung der Hansestadt Lübeck zusammen mit dem Frobenius-Institut an der Goethe-Universität Frankfurt seit November 2010 an der "Digitalisierung, Erschließung, Publikation und Auswertung der unveröffentlichten Lebenserinnerungen von Günther Tessmann aus den Beständen der Völkerkundesammlung der Hansestadt Lübeck".

Im Archiv der Völkerkundesammlung der Hansestadt Lübeck lagern die Lebenserinnerungen des Lübecker Forschungsreisenden Günther Tessmann (1884-1969), der, obwohl nicht als Ethnologe ausgebildet, als einer der Begründer der ethnographischen Feldforschung gilt. Die Aufzeichnungen in zwölf Bänden dokumentieren Tessmanns Kindheit und Jugend sowie seine langjährigen Forschungsaufenthalte in Afrika und Südamerika. Seine ethnobotanischen und -zoologischen Untersuchungen gelten, ebenso wie seine Auseinandersetzung mit der Problematik des Kulturwandels, als Pionierleistung in der Ethnologie.

Im Mittelpunkt der Forschungsarbeit steht die Bearbeitung, Kommentierung und Veröffentlichung der bisher nur archivarisch erfassten Lebenserinnerungen Tessmanns. Um eine Optimierung der Nutzbarkeit auch auf virtueller Ebene zu erzielen, ist die digitale Sicherung der Originaldokumente vorgesehen.

 

Ansprechpartnerin: Dr. Brigitte Templin

Die Lübecker Museen
Zeughaus Völkerkundesammlung
Großer Bauhof 14
23552 Lübeck

Tel. 0451 122 43 42
Fax 0451 122 43 48

E-Mail: Brigitte.Templin(at)luebeck.de

Website: www.die-luebecker-museen.de/de/530/sammlung-startseite-vk.html