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Industriemuseum Geschichtswerkstatt Herrenwyk

Das Industriemuseum Geschichtswerkstatt Herrenwyk erforscht die Wirtschaftsgeschichte Lübecks seit der Industrialisierung. Untergebracht an einem authentischen Ort – dem ehemaligen Kaufhaus des Hochofenwerkes in Herrenwyk – zeigt es in seiner Dauerausstellung „Leben und Arbeit in Herrenwyk“ die Geschichte des Hochofenwerkes, wobei die Arbeits- und Lebensbedingungen der Arbeiter im Mittelpunkt stehen. Eine weitere kleine Dauerausstellung – „Damit was bleibt von Flender“ - beschäftigt sich mit der Geschichte der 2002 in Insolvenz gegangenen letzten Lübecker Großwerft.

Anhand dieser beiden großindustriellen Betriebe wird beispielhaft die Geschichte der Industrialisierung Lübecks seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts dargestellt. Gleichzeitig geht es auch um die Deindustrialisierung der letzten 30 Jahre, mit deren Folgen die Stadt aktuell zu kämpfen hat. Eine dritte Dauerausstellung „Ich erinnere mich nur an Tränen und Trauer ...“ beschäftigt sich mit dem Einsatz von Tausenden von Zwangsarbeitern in der Lübecker Industrie in den Jahren des Zweiten Weltkrieges.

Außerdem zeigt das Museum regelmäßig Sonderausstellungen aus den Bereichen Lübecker Industriegeschichte, Technik-, Sozial-, Kultur- und Zeitgeschichte.

Die Sammlung des Museums umfasst hauptsächlich Maschinen und Werkzeuge aus verschiedenen Lübecker Industrie- und Handwerkszweigen; außerdem viele Gegenstände des häuslichen und täglichen Lebens des 20. Jahrhunderts. Das Archiv des Museums besitzt eine umfangreiche Fotosammlung über verschiedenen Lübecker Industriebetriebe, außerdem Akten und Unterlagen hauptsächlich aus dem Werken Hochofenwerk, Flender Werft und Lübecker Maschinenbaugesellschaft (LMG).

Mögliches Forschungsthema:

Die Arbeiterkartei des Hochofenwerkes

Die Arbeiterkartei existiert bis 1938 im Archiv des Museums, die Karten zwischen 1938 und etwa dem Ende der 1960er Jahre befinden sich im Archiv der Hansestadt Lübeck. Auf diesen Karten sind persönliche Daten (Name, Geburtsdatum, Geburtsort, Familienstand, Name von Frau und Kindern, Wohnort) und Angaben zur Arbeit auf dem Werk (Anstellungs- und Austrittsdatum, Einsatzort, berufliche Vorbildung, vorheriger Arbeitgeber) verzeichnet. Aus diesen Daten kann eine Langzeituntersuchung zur persönlichen und beruflichen Mobilität der Arbeiterschaft des Hochofenwerkes erstellt werden. Als Spezialthemen könnten der Einsatz von Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern während der beiden Weltkriege sowie Anwerbung und Einsatz von „Gastarbeitern“ erforscht werden.

 

Ansprechpartner: Dr. Wolfgang Muth

Die Lübecker Museen
Kulturstiftung Hansestadt Lübeck
Industriemuseum Geschichtswerkstatt Herrenwyk
Kokerstraße 1-3, 23552 Lübeck

Tel. 0451 122 42 45

E-Mail: wolfgang.muth(at)luebeck.de

Website: http://geschichtswerkstatt-herrenwyk.de/de/56/home.html